Tessi & Tipo - Die Entdeckung  der Ozeanversauerung - Ein Kinderbuch zum Lesen und Vorlesen

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Wissenschaft/Kammerlinge:

Was genau sind Kammerlinge, bzw. Foraminiferen?


Der Name Kammerling leitet sich davon ab, dass Kammerlinge eine Kalkschale aus mehreren Kammern bilden. In der Wissenschaft werden Kammerlinge „Foraminiferen“ oder auch einfach kurz „Forams“ genannt. Der Name kommt aus dem Lateinischen: „foramen“ bedeutet nämlich Loch oder Öffnung und „ferre“ bedeutet tragen.


Foraminiferen gehören zu den Amöben. Amöben sind Einzeller, die keine feste Körperform besitzen und ihre Gestalt beliebig ändern können. Durch ihre Kalkschale, die die Foraminifere um ihren Körper bildet, sieht es für uns jedoch so aus, als ob sie eine festgelegte Gestalt hat. Trotz dieser Kalkschale kann die Foraminifere jedoch ihre Gestalt so ändern, dass sie viele, ganz feine Ausstülpungen bildet. Diese Ausstülpungen sind so genannte Scheinfüßchen, die auch Pseudopodien genannt werden. Die Kalkschale von Foraminiferen ist mit lauter kleinen Öffnungen, auch Poren genannt, übersehen. Durch diese feinen Poren kann sie ihre Scheinfüßchen strecken und kann sich damit auf dem Boden festhalten, bzw. Nahrung suchen. Du kannst diese Scheinfüßchen auf dem Bild rechts erkennen.


Welche Foraminiferen gibt es?


Es gibt unglaublich viele verschiedene Arten von Foraminiferen. Abhängig von der Art leben sie in unterschiedlichen Regionen des Meeres. Du findest sie quasi überall: Im Wattenmeer, in der Tiefsee, in den Tropen oder im Polarmeer. Generell unterscheidet man zwischen planktischen Foraminiferen, die in der Wassersäule leben und benthischen Foraminiferen, die im bzw. am Meeresboden leben. Tessi und Tipo gehören also zu den benthischen Foraminiferen.

Je nach Art des Gehäuses unterscheidet man auch noch zwischen Sandschalern, porzellanartige Kalkschalern und hyalinen Kalkschalern. Sandschaler bauen ihr Gehäuse aus Partikel, die sie in der Umgebung finden. Kalkschaler bilden ihr Gehäuse aus Kalziumkarbonat, wobei die porzellanartigen Kalkschaler eine völlig glatte Oberfläche haben, während die hyalinen Kalkschaler ganz viele Poren in der Oberfläche haben. Tessi und Tipo gehören also zu den hyalinen Kalkschalern, während Milus zu den porzellanartigen Kalkschalern gehört.


Wie groß sind Foraminiferen?


Die meisten Arten haben eine Größe zwischen 50 und 1000 µm. 1000 µm entsprechen einem Millimeter. Das heißt, dass diese Foraminiferen mit dem bloßen Auge wie ein kleines Sandkorn aussehen. Ihre schönen Gehäuse kannst du nur erkennen, wenn du sie vergrößerst.

Es gibt jedoch auch einige hoch entwickelte Arten, die zur Familie der Numuliten gehören. In dieser Familie werden die Foraminiferen typischerweise 1 bis 2 cm groß. Die größte Art in dieser Familie erreicht sogar 13 cm! Das ist sehr faszinierend, wenn man bedenkt, dass Foraminiferen nur aus einer Zelle bestehen.


Foraminifere mit sichtbaren Schweinfüßchen
Hier siehst du eine Foraminifere der Art Ammonia aomoriensis,
die gerade eine neue Kammer anbaut.